Boi bumba
Der Amazonas ist kein Hintergrund. Er ist Bühne, Rhythmus, Realität. Alles fließt – Wasser, Zeit, Geschichten. In Parintins kippt diese Realität einmal im Jahr ins Extreme. Aus Alltag wird Übertreibung. Aus Handwerk wird Spektakel. Aus einem Mythos ein kollektiver Rausch. Boi Bumbá ist kein folkloristisches Event – es ist ein Wettstreit, ein Statement, ein emotional aufgeladener Ausnahmezustand. Doch hinter den monumentalen Figuren, den choreografierten Explosionen aus Farbe und Klang, liegt etwas anderes: Hitze, Improvisation, Geduld. Menschen, die bauen, tragen, proben. Kinder, die schon Teil davon sind, lange bevor sie verstehen, was hier eigentlich entsteht. Diese Arbeit bewegt sich zwischen diesen Polen – zwischen Intimität und Inszenierung, zwischen staubigen Straßen und überhöhten Bildern. Sie sucht nicht nach Exotik, sondern nach Reibung. Nach Momenten, in denen sich zeigt, wie nah sich Alltag und Mythos hier tatsächlich sind.






















